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pop.art

edge
Er macht ein wenig Platz, als der rechte Sitznachbar kommt. Seine Lederjacke hinter sich möglichst lässig fallen gelassen, lag sie nun über beide Sitze. Eingenommen von seiner Partnerin zur linken, erlaubt er sich ihr gegenüber keinen Moment der Unachtsamkeit.

Herausfordernd, interessiert, blicken ihn amüsiert, ein wenig skeptische Augen aus einem Gesicht an, dessen er nicht müde wird zu schauen. Keines ihrer leisen Worte verfehlt seine Wirkung. Bereitwillig empfangen ihre aufreizenden Lippen jeden seiner Küsse.

Verträumt der Leinwand zugewandt durchbricht eine Explosion die stille Spannung, die selbst durch Kanonenschüsse der Trailer kaum Abbruch findet.
Sie schaut ihn keck zur Seite an, seine Aufmerksamkeit ist nun wieder ganz auf sie gerichtet.

Vor dem Hauptfilm ist noch eine Weile beidseitig offenmundiges Wiederkäuen zu vernehmen. Der Versuch den Pop ihr nachzuahmen misslingt trotz guten Materials.
Ungeübt, vielleicht verlegen gewährt er dem Schall nicht genug Raum sich zu entfalten. Zudem erstickt zuletzt im Mund der viele Speichel feucht das Korn.

Der Protagonist, der mit starken Armen zu beiden Seiten Halt sucht, füllt schreiend mit bloßem Haupt die Leinwand. Theatralisch wird rezitiert, gepredigt und selbstverherrlichend brüllt er sich ekstatisch seinem Höhepunkt entgegen.

Das laszive Schmatzen war ursprünglich einer gewissen Frivolität geschuldet, die nun einer Überraschung, einem Erstaunen gewichen war, wie die Kaubewegungen vermuten lassen die bedächtig ihre Kreise ziehen. Bedächtig wie eben der stumme Statist, der nun erhoben mit festem Stand auf seinen Beinen im Hintergrund verlegen leis den Ausgang der Gefängnis Latrine sucht.

Mit vollem Mund gehts nun dem nächsten Akt entgegen.


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